headerphoto
Screenshot
Der Bordrechner meldet sich unter IPS-E0
Seit 24. August 2005 geben der neue Bordrechner und die IPS-Betriebssoftware der AMSAT-DL Lebenszeichen. Nach einer aufwändigen Portierung der IPS-Software auf die Hardware der neuen Bordrechnergeneration konnte erfolgreich die erste Kommunikation mit der IHU-3 etabliert werden.
 
IPS steht für Interpreter for Process Structures und wurde spezielle für die Bordrechner der AMSAT-DL-Satelliten geschaffen. Es ist eine Entwicklung von Prof. Dr. Karl Meinzer und kombiniert quasi Echtzeitbetriebssystem und Programmiersystem. Die interpreter-basierte Lösung IPS entstand Ende der 70er-Jahre in Anlehnung an das stackorientierte FORTH und wurde unter anderem um Echtzeit- und Multitaskingfähigkeiten sowie satellitenspezifische Kontrollstrukturen erweitert. IPS gibt es in Varianten von diverse 8-Bit-Prozessoren, 16-Bit-System wie den RTX-2000/2010 und in der neuen Version für den 32-Bit-Prozessorkern ARM7. Seit AMSAT-Phase 3A im Jahr 1980 wird IPS für den Bordrechner der AMSAT-DL-Satelliten eingesetzt. Neben dem aktuell im Bau befindlichen P3E-Satelliten wurde IPS auch für die kommende Marsmission GO-Mars/P5A der AMSAT-DL ausgewählt. Das nächste geeignete Startfenster für die Marsmission wäre 2009.

IHU-3 Testboards
Zwei arbeitsfähige Prototypen der 3. Bordrechnergeneration IHU-3
Nach der Portierung von IPS zum neuen IPS-E0 durch Prof. Meinzer wurden durch weitere Teammitglieder die notwendigen Interrupt- und Schnittstellen-Routinen hardwarenah implementiert. In einem noch folgenden Schritt sollen die softwaredefinierten Modemsysteme für den späteren Kommandozugriff auf den Satelliten implementiert werden. Dazu gibt es eine Vereinbarung zwischen der France Telecom und AMSAT-DL zur Nutzung der effizienten Turbo-Codes. Erste Algorithmen liegen bereits funktionstüchtig vor. Nach Integration der Modemsoftware und eines Moduls zu Kommunikation mit dem satelliteneigenen CAN-Bus wird der IHU-3-Bordrechner für den Einsatz im P3E-Satelliten fertig sein.

IHU ist die Abkürzung von Integrated Housekeeping Unit. Diese Rechnereinheit sorgt für den grundlegenden Betrieb der Satelliten, den Kommando- und Steuerungszugriff sowie die Sicherheit des Satelliten. Nach einer ersten Generation von 8-Bit-Bordrechnern wurde mit AO-40/P3D eine zweite, RISC-basierte Rechnergeneration (IHU-2) erfolgreich erprobt werden. Die Erkenntnisse dieser zweiten Generation flossen nun in die dritte, flexiblere Generation ein, die zudem aktuell verfügbare COTS-Bausteine verwendet.