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CAN-do
CAN-Interface überstand Härtetest
An Bord des P3E-Trainingssatelliten soll ein neues Bussystem zur Vernetzung der elektronischen Module untereinander eingesetzt werden. Es dient als Testplattform für die P5A-Marsmission der AMSAT-DL. Eine wichtige Komponente des auf dem CAN-Bus basierenden Systems sind die CAN-Interface-Controller in jedem einzelnen Modul. Diese Controller wurden zusammen mit der für den zentralen Bordrechner vorgesehenen CPU nun vom AMSAT-Team bezüglich Strahlungsfestigkeit erfolgreich getestet.

Beide Systeme haben eine Dosis von mehr als 40 krad schadlos überstanden. Damit kann mit der Herstellung der CAN-Module für die Flight Hardware begonnen werden. Der Dank der AMSAT-DL geht an Stacey Mills und die Mitarbeiter der Blutbank am Medical Center der University of Virginia, die diese Strahlungstests durchgeführt haben. StaceyMills ist seit Jahren ehrenamtlich als Kommandostation für AMSAT-OSCAR 40 und dessen Vorgänger AO-10 und 13 tätig.

Der aus der Automobilindustrie bekannte und robuste CAN-Bus soll die rund 15 Elektronikmodule des P3E-Satelliten und später die Systeme der P5A-Marsmission untereinander verbinden. Durch den Bus werden gegenüber der klassischen Verdrahtung eine Gewichtsreduzierung des Satelliten und mehr Flexibilität bei der Systemintegration und dem Betrieb des Satelliten erzielt.

Mit den positiven Ergebnisen im Rücken kann nun auch das Bordrechnersystem IHU-3 entwickelt werden. Es basiert auf einer ARM7-Prozessorarchitektur und soll mit dem AMSAT-DL-eigenen Betriebs- und Programmiersystem IPS laufen. Nach derzeitigen Vorstellungen könnten sogar zwei redundante IHU-Systeme im Satelliten Platz finden. Eines der IHU-Systeme könnte dann z. B. die Bilder der Kamera verarbeiten und zur Sendung modulieren. Für die Kamera fand ein Kontakt mit Fill- Factory, einem Kamerachip-Hersteller in Belgien statt. Das Unternehmen stellt seit einiger Zeit strahlengehärtete CMOS-Kameras her und stellt AMSAT-DL ein solches System mit verbesserten Eigenschaften zum Test mit P3E zu Verfügung. Wie bei AO-40 soll die Kamera eine wichtige Funktion bei der Navigation übernehmen und auf die Sternennavigation während der P5A-Mission vorbereiten.