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ATS-6 der NASADiese Woche markiert den 40. Jahrestag der ursprünglichen AMSAT SYNCART-Idee, einem Vorschlag an die NASA im Juli 1971.  Bei dem Projekt sollte ein "SYNCronous Amateur Radio Transponder" auf dem geostationären ATS-G (Applications Technology Satellite) mitfliegen.

Der Antrag an die NASA war positiv beschieden, aber nach dem erfolgreichen Start von ATS-6 wurder der siebte "ATS-G" durch das vorzeitige Ende des Apollo-Programms ersatzlos gestrichen.

pdf_iconDer herunterladbare SYNCART-Vorschlag listet die Amateurfunk-Experimente und Anwendungen auf und liefert noch einmal die Gründe, von denen die meisten noch heute gelten würden,  warum die NASA dieses Projekt kostenlos fliegen sollte. Die Autoren waren u.a. Dr. Perry Klein W3PK, damaliger Präsident von AMSAT-NA und Dr. Karl Meinzer DJ4ZC, Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der AMSAT-DL.

Die WARC 1971 zum Thema Weltraumtechnik (Space Technology) fand im gleichen Zeitraum (7. Juni bis 17. Juli) in Genf statt. Das war die ITU-Konferenz, auf dem der Amateurfunkdienst über Satelliten etabliert und die Frequenzen zugeteilten wurden!

Mehrere Satelliten-Hersteller werben neuerdings damit, dass sie Nutzlasten an Bord ihrer Satelliten-Plattformen als Gast unterbringen können. Überlegen Sie, welche Auswirkungen und welchen Wandel es im Amateurfunk bedeuten würde, wenn wir SYNCART-Pakete an Bord eines oder mehrerer geostationärer Satelliten bekommen könnten!

AMSAT-DL Vorstand wurde gewählt

Im Rahmen des AMSAT-DL Symposiums fand am 14. Mai 2011 die Mitgliederversammlung der AMSAT Deutschland von 15:00 Uhr bis 17:45 Uhr in den Räumlichkeiten des IUZ in Bochum statt.

Peter Gülzow (DB2OS) und Hartmut Päsler (DL1YDD) wurden in ihren bisherigen Ämtern als 1. Vorsitzender bzw.  2. Vorsitzender der AMSAT Deutschland e.V. wiedergewählt.  Als neuer 3. Vorsitzender wurde Michael Lengrüsser (DD5ER) gewählt, der die Nachfolge von Achim Vollhardt (DH2VA) antritt.  Die Ergebnisse waren einstimmig, ohne Gegenstimmen und lediglich mit Enthaltung der Kandidaten.  Achim Vollhardt stand zur Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung, er wird aber weiterhin Aufgaben innerhalb der AMSAT-DL übernehmen.

 

Hier die Präsentation über den Status von AMSAT P3-E und DLR-AMSAT P5-Moon/Mars zum Download:

http://www.amsat-dl.org/pic/gallery2/main.php?g2_itemId=8719

 

direkter Download:

http://www.amsat-dl.org/pic/gallery2/main.php?g2_view=core.DownloadItem&g2_itemId=8719

 

für die Teilnehmer des Sysposium zu beachten:  das für den 18. Mai geplante Treffen mit der DLR verschiebt sich um einige Tage.

Gemeinsam mit dem DLR Institut für Raumfahrtsysteme und der AMSAT-DL wurde aufbauend auf dem sich im Orbit befindenden AMSAT-Satelliten P3-D (OSCAR-40) eine Machbarkeitsstudie auf Systemebene sowohl für einen P5-A-Flug zum Mars als auch zum Mond (Zwischenschritt) durchgeführt.

Für die Untersuchungen kamen u.a. die neue Concurrent Engineering Facility (CEF) des DLR Bremen in den Bereichen Missionsanalyse, Konfiguration, Budgeting und Kosten zum Einsatz. Unter anderem fanden jeweils zwei 1-wöchige intensive Arbeitstreffen mit allen Beteiligten vor Ort statt.

Final PresentationDie erfolgreichen Studienergebnisse, an denen nicht weniger als 10 Institutionen der DLR und die AMSAT-DL beteiligt waren, wurden am 10. Mai der Programmdirektion des DLR auf der offiziellen Abschlusspräsentation in Köln vorgestellt. Die theoretische Machbarkeit einer deutschen Mission zum Mond und zum Mars mit ausgewählten DLR-Nutzlasten wurde dabei nachgewiesen.

Im Verlauf der Studie hat sich gezeigt, dass trotz der unterschiedlichen Arbeitsweisen von AMSAT-DL und DLR eine überaus konstruktive Zusammenarbeit entstanden ist.

Die Studie hat mit ihren durchweg positiven Abschlussempfehlungen die Überlegungen und Planungen der AMSAT-DL aus den vergangenen Jahren aus unabhängigem Blickwinkel bestätigt. Nun erhoffen sich alle Beteiligten die weiteren nötigen Schritte.

 

Am 20. Mai 2010 (21:58:22 UTC) brachte die japanische H-2A Rakete gleich drei Satelliten erfolgreich auf den Weg in Richtung Venus. AKATSUKI (auch als Planet-C und Venus Climate Orbiter bezeichnet), IKAROS (Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun) und UNITEC-1. 
UNITEC-1  (UNISEC Technology Experiment Carrier-1) ist ein interplanetarer Amateurfunksatellit des  japanischen Universitätenkonsortiums UNISEC (University Space Engineering Consortium).

AKATSUKI (Venus Climate Orbiter)Am Abend des 21. Mai waren die Raumsonden erstmals für Europa sichtbar und kurz nach dem Aufgang  konnten bereits sehr starke Signale von Akatsuki und Ikaros mit der 20m-Antenne in Bochum empfangen werden. Bei einem Öffnungswinkel der Parabolantenne von nur +- 0,09°, erwiesen sich die vorausberechneten Bahndaten und die automatische Nachsteuerung der Antenne  als sehr genau. Beide Raumsonden befinden sich offenbar in einem sehr guten Zustand. Auch in den nächsten Tagen konnten weiterhin sehr gute Signale empfangen werden.

IKAROS on 8.4 GHzWährend Akatsuki und Ikaros die DSN-Frequenzen im X-Band zur Downlink verwenden, hat UNITEC-1 einen Sender im Amateurfunkband auf 5,840 GHz. Das Rufzeichen ist JQ1ZUN. Nach einer Anfrage aus Japan wurde in Kooperation mit AMSAT-DL, JAMSAT und UNISEC die 20m-Antenne in Bochum für UNITEC-1 aufgerüstet. Ein entsprechender Feed, LNB und Kuhne-Konverter für 5,84 GHz wurden installiert und der gesamte HF-Pfad vermessen.

UNITEC-1Erste CW und FSK Signale wurde von japanischen Bodenstationen beim ersten Überflug über Japan am 21. Mai mit guter Feldstärke empfangen. Aufgrund eines extrem frequenzunstabilen Signals gelang es jedoch nicht die Telemetrie zu dekodieren. Bei der kurz darauf folgenden Sichtbarkeit über Europa war UNITEC-1 bereits verstummt.  Auch OZ7SAT in Dänemark konnte weder mit einem 1m Spiegel, noch mit dem 7m Spiegel ein Signal finden. Auch in Japan konnten  keine Signale mehr empfangen werden.  In den weiteren Tagen blieb die Suche nach UNITEC-1 weiterhin erfolglos, auch mittels eines 32m-Spiegel in Japan und man fürchtet, dass UNITEC-1 verloren ist.  4 Tage nach dem Start hat Bochum die Suche nach UNITEC-1 nun vorläufig eingestellt.

IKAROS (Small Power Solar Sail Demonstrator)Weiterhin verfolgt werden periodisch Akatsuki und insbesondere Ikaros mit seinem großen Solar-Segel. Da Ikaros mit einem USO (Ultra Stable Oscillator) ausgerüstet ist, wird Bochum in der Lage sein Ikaros autonom zu verfolgen. Anhand von Doppler-Messungen des empfangen Signals, lässt sich die Bahn mit ausreichender Genauigkeit bestimmen.  Die dafür nötigen Softwaretools und Erkenntnisse werden uns auch bei dem Betrieb von P5-A zum Mars helfen.

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der AMSAT-DL e.V. fand am 24. April wieder im Rahmen des AMSAT-DL Symposiums statt, welches in den Räumlichkeiten des IUZ in Bochum abgehalten wurde.

Mike Rupprecht, DK3WN und Henk Hamoen, PA3GUO berichteten über das ANDE-2 Projekt (bestehend aus den beiden Satelliten Castor und Pollux), die im vergangenen Jahr vom Space Shuttle Endeavour (STS-127) erfolgreich ausgesetzt wurden.

Nach dem Vortrag über COMPASS-1 im vergangenen Jahr, berichtete das COMPASS-Team der FH-Aachen über den sich in Planung befindlichen COMPASS-2 Satelliten. COMPASS-2 soll ein Triple-CubeSat mit den Ausmaßen 100x100x340 mm  und 4 kg Gewicht werden.  Nach den Erfahrungen mit COMPASS-1 erwartet man auch wieder die Unterstützung und Hilfe der weltraumbegeisterten Funkamateure weltweit.

Über Möglichkeiten der Orbit- und Lagesimulation mittels STK von AGI und Matlab  berichtete Tilman Glötzner, DG2TG. Das sogenannte Satellite Tool Kit von Analytical Graphics Inc. ist ein kommerzielles Softwarepaket, welches aber für Ausbildungs- und Lehrzwecke kostenlos beim Hersteller registriert werden kann.  Für AMSAT-DL wurde STK durch die Firma Agenium in Frankreich gesponsert.  Tilman zeigt an einigen Beispielen die Simulation vom P3-E Orbit und dessen Sonnen- und Erdsensoren. Sein Ziel ist, die komplette Fluglagebestimmung und Lageregelung in Matlab nachzubilden, sodass man diese am Boden schon vorher simulieren und optimieren kann.

Telemetrie- und Kommandobetrieb mit der neuen IHU-3 für P3-E war das Thema von Mario Lorenz, DL5MLO.  Es hat große Fortschritte bei der Weiterentwicklung des IHU-3 Bordrechners gegeben. IPS läuft und inzwischen arbeitet Mario intensiv an der Implementierung der Turbo Codes auf der IHU-3. Anhand eine Live-Demo demonstrierte er den Betrieb der IHU-3 und dem IPS-Betriebssystem, sowie der Robustheit des Turbo Codes.

Zum Schluss der Vortragsreihe wurde noch ein zusätzlicher Vortrag über den UNITEC-1 Satelliten zur Venus eingeschoben. Überraschungsgast Naomi Kurahara von der Universität Tokio ist Teamleiterin für das Bodensegment des UNITEC-1 Mikrosatelliten, der am 18. Mai 2010 (JST) zusammen mit dem Venus Climate Orbiter "AKATSUKI" (PLANET-C) der JAXA zur Venus fliegen soll.

Jahreshauptversammlung

Zur Versammlung wurde ordnungsgemäß und fristgerecht im AMSAT-DL Journal 1/2010 unter Angabe der Tagesordnung und der eingegangenen Anträge zu Satzungsänderungen von §12 eingeladen. Die Versammlung war beschlussfähig.