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Bei den bisherigen Phase-3 Satelliten wurden die einzelnen Module über einen Kabelbaum elektrisch miteinander verbunden. Dies war auch bei AMSAT OSCAR-40 (P3-D) für die entscheidenden Signale noch so. In Zukunft sollen jedoch mehrere Telemetrie- und Steuersignale der einzelnen Funktionsmodule über einen aus der Automobilindustrie bekannten CAN-Bus übertragen werden.

 

 

Hauptziel dieses Experiments, das von Peter Gülzow (DB2OS, AMSAT-DL) initiiert und geleitet wird, ist die Weltraumerprobung einer robusten Bustechnologie. Aufgrund der Zusammenarbeit mit der University of Surrey (UoS/SSTL) konnte die Technologie auch auf Satelliten in nierdriger Umlaufbahn (LEO) vorab erprobt werden. Mit OSCAR-40 in seiner hohen elliptischen Umlaufbahn konnte der Beweis erbracht werden, dass der CAN-Bus auch unter erschwerten Weltraumbedingungen und erhöhter Strahlung ein geeignetes Mittel ist, um den aufwendigen Kabelbaum zu reduzieren.

Beim neuen P3-E Satelliten wird deshalb der CAN-Bus das zentrale Element für den Satelliten-Bus darstellen. Mittlerweile sind alle erforderlichen CAN-DO-Module aus den USA eingetroffen und an die Modulbauer für den Einbau in die Flughardware verteilt worden. Dabei werden auch die endgültigen Signalstrukturen, die pro Modul über den CAN-Bus übertragen werden sollen, erprobt und festgeschrieben.

Die ersten Busmodule waren zuvor nach der Fertigung einem halbjährigen harten Strahlungsbombardement ausgesetzt worden, um ihre Zuverlässigkeit im Weltraum vorab auszutesten. Diese Härteprüfung ergab keine Ausfälle und volle Funktionalität über den gesamten Testzeitraum. Da, wie schon bereits vorher gesagt, die Hauptlast des internen Daten- und Steuerungstransfers beim P3E und beim P5A vom CAN-Bus übernommenm werden soll, war in der Entwicklungsphase das Bestehen dieses extremen Härtetests und der Datentransfer-Durchsatz-Tests ein wichtiger Meilenstein im Satellitendesign.