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IHU ist eine Abkürzung für "Integrated Housekeeping Unit", den Bordrechner des Satelliten. AMSAT P3-A wurde bereits mit einem frei-programmierbaren Bordcomputer auf Basis des COSMAC 1802 Prozessors ausgerüstet. Für die damilige Zeit schon eine absolute Neuigkeit. Aber AMSAT ging noch einen Schritt weiter, so gab es in der IHU keine ROM, sondern nur RAM. Durch einen eleganten Hardware-Bootloader konnte das Betriebssystem IPS und die Flugsoftware vom Boden aus über die Kommandostrecken geladen werden. Kommerzielle Satelliten hatten zu diesem Zeitpunkt noch fest-verdrahtete Sequenzer bzw. feste Ablaufsteuerungen, die relativ unflexibel waren.  Diesem technologischen Vorsprung war es zu verdanken, dass die AMSAT den Satelliten OSCAR-10 nach dem Zusammenstoß mit der letzten Raketenstufe der Ariane-Rakete überhaupt retten konnte.  Der Satellit war durch den Zusammenstoß in eine vollkommen falsche Fluglage geraten und der Satellit drehte sich entgegen der urpsrünglichen Drehrichtung um die eigene Achse. Sämtliche Navigationsinstrumente konnte dadurch keine sinnvollen Daten liefern und ohne eine funktionierenden Lageregelungssystem würde dem Satelliten innerhalb von wenigen Stunden der Strom ausgehen, da die Batterien wegen dem schlechten Sonnenwinkel kaum geladen wurden. Karl Meinzer, DJ4ZC gelang es dann ein kurzes Notprogramm in den Satelliten zu laden, mit dem es ihm gelang den Zustand zu stabilisieren und langsam den Satelliten in Richtung Sonne auszurichten.  Die Navigationsroutinen wurden dann durch neue Software ersetzt, welche die falsche Drallrichtung berücksichtigte und so wurde OSCAR-10 doch noch einer der erfolgreichsten Satelliten in der AMSAT-Geschichte.  Ohne die richtungsweisende Technologie der IHU und deren IPS-Betriebssystem, wäre jede andere Satellitenmission zum Scheitern verurteilt gewesen.